Mietvertrag Stellplatz

Mietvertrag Stellplatz – So vermieten Sie ihren Stellplatz sicher

Mietvertrag Stellplatz – Wer an Immobilien verdienen will, denkt in erster Linie daran, einfach Wohnungen zu vermieten. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Objekte, die sich ganz einfach und ohne viel Aufwand für guten Profit vermieten lassen. Hierzu zählen die Stellplätze, da man als Vermieter nur sehr wenig Arbeit in einen Stellplatz investieren muss. Im Vergleich zum Vermieten einer Wohnung handelt es sich hierbei um einfaches Geld. Worauf soll man jedoch bei Mietverträgen für Stellplätze achten?

 

Mietvertrag Stellplatz – Verschriftliche den Vertrag!

Wenn man einen Mietvertrag machen will, gelten prinzipiell erstmal die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Lediglich für Abweichungen von den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches sollte man einen Mietvertrag aufsetzen, indem in entsprechenden Klauseln die Änderungen geklärt werden.

mietvertrag stellplatzAus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Mietvertrag nie mündlich abzuschließen. Im Streitfall muss man immer Beweise erbringen und zu klären, wie genau eine Klausel abgeklärt wurde, ist sehr problematisch.

 

Stellplätze immer isoliert vermieten

Häufig werden Stellplätze, so wie Garagen auch, mitsamt einer Wohnung vermietet. Hierbei ist es jedoch am sinnvollsten, wenn man für Wohnung und Stellplatz separate Mietverträge anlegt. In diesem Falle handelt es sich dann um zwei separate Objekte, die miteinander erstmal wenig zu tun haben. Der Mieter kann den Mietvertrag für die Wohnung kündigen und den für den Stellplatz weiterlaufen lassen. Darüber hinaus lässt sich die Miete für die Garage unabhängig von der für die Wohnung erhöhen. Ein weiterer Vorteil für den Vermieter ist, dass man zur Kündigung des Mieters keinen Grund angeben muss. Bei Wohnflächen muss man bspw. angeben, dass man die Fläche selbst nutzen will. Bei Stellplätzen kann man dem Mieter einfach kündigen.

 

Lass den Mieter untermieten

Wenn man einen Stellplatz mitsamt einer Wohnung im selben Mietvertrag vermietet, der Mieter den Stellplatz jedoch nicht nutzt, so kann er diesen untervermieten. Hierfür muss er zu Anfang die Erlaubnis des Vermieters einholen. Der Eigentümer bleibt bei der Untermietung außen vor, er wird nicht in den Vertrag mit aufgenommen. Der Mieter bestimmt anschließend natürlich den Preis für den Stellplatz.

Wenn das Mietverhältnis aufhört, der Mieter also auszieht, so läuft der Untermietvertrag prinzipiell weiter. Man selbst als Vermieter hatte jedoch einen Räumungsanspruch, auf den hin die Untervermietung ebenfalls beendet werden kann.

 

Achtung: Beide Mietverträge müssen isoliert sein

Wenn man vorhat, einen Stellplatz mitsamt einer Wohnung durch zwei separate Mietverträge zu vermieten, muss man auf bestimmte Sachen achten. Wenn von den Privilegien Gebrauch machen will, die man durch die Trennung beider Mietverträge erhält, so kann der Mieter dagegen widersprechen unter der Anschuldigung, dass es sich bei den beiden Verträgen um eine rechtliche Einheit handelt. Eine solche rechtliche Einheit liegt beispielsweise vor, wenn der Stellplatz und die Wohnung auf demselben Grundstück sind oder wenn sie dieselbe Kündigungsfrist haben. Im Problemfall kann einem der Mieter also in den Rücken fallen, wenn diese Bedingungen gegeben sind.

 

Mietvertrag Stellplatz – Über die zusätzlichen Kosten

Die Instandhaltung der Garage bzw. des Stellplatzes muss man als Vermieter normalerweise selbst übernehmen. Ob man bestimmte Aufgaben, wie die Schönheitsreparaturen, an den Mieter übergeben kann, ist bisher noch nicht einheitlich geklärt. Hier gibt es gegenteilige Rechtssprüche, weshalb man einfach im individuellen Fall mit dem Mieter abklären sollte, ob dieser nicht die Schönheitsreparaturen übernehmen will. Hierzu zählt bspw. das Streichen der Wände. Das ist jedenfalls der Fall, wenn Wohnung und Stellplatz durch einen Mietvertrag vermietet wurden.

Liegen zwei separate Mietverträge für Wohnung und Stellplatz vor, so gelten andere Regelungen, nämlich die des Allgemeinen Rechts. Glücklicherweise ist hier eine freiere Vertragsgestaltungen möglich, weshalb man als Vermieter mehr Freiheiten hat. Leider ist jedoch auch hier geregelt, dass der Vermieter die Instandhaltungskosten zu übernehmen hat. Über Vertragsklauseln lassen sich jedoch Schönheitsreparaturen an den Mieter übertragen. Wenn man Angst davor hat, dass einem ein Gericht ins Handwerk pfuscht, sollte sich einfach an folgenden Satz erinnern: Vertrag ist Vertrag, wurden Klausel erst ausgehandelt, greifen diesen Regeln normalerweise auch.

Die Betriebskosten für einen Stellplatz übernimmt normalerweise auch der Vermieter, zumal es sich hier in der Regel um sehr kleine Beträge handelt. Häufig erhöht man die Miete um eine kleine Pauschale, um die Betriebskosten abzudecken. Man kann jedoch auch durch eine Klausel festlegen, dass die Betriebskosten andersartig beglichen werden.

 

Über Nutzung und Haftung

Wer einen Stellplatz mietet, darf diesen lediglich zweckbestimmt nutzen. Es geht also darum, hier im Regelfall Sachen abzustellen, ziemlich häufig Fahrzeuge. Sicher ist man, wenn man das im Vertrag extra so formuliert. Eine anderweitige Nutzung, beispielsweise als Werkstatt oder Rumpelkammer ist nicht gestattet. Als Vermieter kann man, bei mehrmaligen Verstößen gegen diese Regel, eine Kündigung veranlassen.

Zur Haftung ist zu sagen, dass der Mieter natürliche seine eigenen Schäden bezahlen muss. Selbst, wenn kein persönliches Verschulden dem Schaden zugrunde legt, muss er dafür haften. Wenn jedoch durch den zeitlichen Verlauf Verschlechterungen eintreten, beispielsweise durch die natürliche Feuchtigkeit, Sonnenstrahlung und so weiter, so muss der Vermieter diesen Verschleiß übernehmen.

 

Mietvertrag Stellplatz: Vor- und Nachteile im Überblick

Packt man die Wohnung und den Stellplatz in separate Mietverträge, so kann man beide Räumlichkeiten unterschiedlich voneinander kündigen. Laut dem Bundesgerichtshof ist in der Regel davon auszugehen, dass es sich um zwei selbständige Verträge handelt. Der Mieter kann also sehr schnell den Abstellplatz kündigen, wenn er den zusätzlichen Raum nicht mehr braucht, denselben Vorteil hat jedoch auch der Vermieter. Ohne Gründe angeben zu müssen, kann er jederzeit den Mietvertrag kündigen. Der Mieterschutz fällt einfach weg. Darüber hinaus kann man eine kürzere Kündigungsfrist vertraglich festlegen, als eigentlich vorgesehen.

 

Fazit

Es lohnt sich in der Regel immer, wenn man für Wohnungen und Stellplätze separate Mietverträge anlegt, selbst wenn man beide Einheiten an denselben Mieter vermietet. Man selbst holt sich dafür einfach Privilegien dazu, von denen man profitieren kann. So erspart man sich in der Regel einiges an Arbeit, Aufwand und Kosten. Darüber hinaus kann man im Mietvertrag einzelne Klauseln festlegen, um bestimmten Problemen in der Zukunft entgegenzuwirken. So kann man beispielsweise die Schönheitsreparaturen auf den Mieter übertragen und sich selbst eine gute Stange Geld sparen.

Johannes HuberAuthor posts

Rechtsanwalt – Experte für Immobilienrecht Seit 2010 hat Johannes als Rechtsanwalt getätigt. Seine Tätigkeiten erstrecken sich auf die wesentlichen Bereiche des Zivil-, Wirtschafts- und Unternehmensrechts. Schwerpunkt bilden jedoch Beratung und Vertretung im Bereich Immobilienrecht. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt verwaltet er Immobilieneigentum und kennt daher auch die praktischen Bedürfnisse von Wohnungseigentumsgesellschaften, Immobilieneigentümern und Mietern.

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