Bürgschaft Miete

Die Mietbürgschaft – eine Alternative zur Kaution

Wer auf der Suche nach einer neuen Wohnung ist und endlich die passende Wohnung findet, steht oftmals vor folgendem Problem: Woher das Geld für die vom Vermieter verlangte Kaution nehmen? Nicht selten handelt es sich dabei um zwei oder sogar drei Monatsmieten, was vielfach nicht ohne Kredit zu bewerkstelligen ist. Es gibt jedoch eine Alternative zur Kaution, und zwar die Mitbürgschaft. Mit einer Bürgschaft Miete sichert sich der Vermieter, ebenso wie mit einer Kaution, gegen Mietschäden ab. Es gibt mehrere Möglichkeiten für diese Bürgschaft Miete, die beiden bekanntesten Formen sind aber die Mietkautionsversicherung sowie die Elternbürgschaft, bei der die Eltern als Bürgen für ihre Kinder auftreten.

Die Mietbürgschaft - eine Alternative zur Kaution

Was genau ist eigentlich ein Mietbürge?

 

Wenn Mieter das Geld für eine Kaution nicht haben und vielleicht auch keinen Kredit dafür aufnehmen können oder wollen, bleibt nur noch die Bürgschaft Miete als Alternative. Der Vermieter sichert sich auf diese Weise ab und der Bürge übernimmt die Verpflichtungen gegenüber dem Gläubiger, der in diesem Fall der Vermieter der Wohnung ist. In der Praxis sieht so etwas folgendermaßen aus: Wenn der Mieter die Nebenkosten nicht mehr zahlen kann oder wenn er Schäden in der Wohnung verursacht, kommt der Bürge für die entstandenen Schäden auf und muss die Nebenkostenrechnung begleichen. Bürgen können Privatpersonen sein, wie beispielsweise die Eltern und gute Freunde, aber auch Banken und Versicherungen.

 

Eine Bürgschaft Miete durch die Eltern oder durch gute Freunde will sehr gut überlegt sein, denn diese Bürgschaften sind mit einem hohen Risiko verbunden. Wer als Privatperson bürgen will, muss volljährig sein und vor allem finanziell in der Lage sein, im Ernstfall einzuspringen.

Die Risiken der Bürgschaft Miete

 

Auch bei der Bürgschaft Miete gilt der alte Spruch: „Mitgefangen, mitgehangen“, was heißt: Wer für einen anderen bürgt, ist praktisch für ihn verantwortlich. Der Bürge wird im Schadenfall bei der Regulierung zur Kasse gebeten, er muss dem Vermieter die Schäden bezahlen, ebenso wie die Miete oder die Nebenkosten, die der Mieter schuldig geblieben ist. Private Bürgschaften werden oft zu schnell abgeschlossen, denn vor allem Eltern wollen ihren Kindern gerne dabei helfen, eine passende Wohnung zu finden. An die möglichen Folgen, die eine Bürgschaft Miete Eltern haben kann, denken dabei nur die Wenigsten.

 

Erst wenn der Vermieter sich meldet, weil die Miete nicht mehr pünktlich auf seinem Konto landet oder wenn die Nebenkostenrechnung nicht bezahlt wurde, wird vielen erst klar, was eine Bürgschaft Miete überhaupt bedeutet. Nicht selten wird der Bürge dabei in finanzielle Schwierigkeiten gestürzt.

Rechtssicheren Mietvertrag jetzt erstellen

Was versteht man unter einer selbstschuldnerischen Bürgschaft?

 

Wer sich das erste Mal mit dem Thema Bürgschaft Miete beschäftigt, wird eine Menge von komplizierten Regelungen und Begriffen hören, wie beispielsweise selbstschuldnerische Bürgerschaft. Bei dieser Bürgschaft kann sich der Vermieter direkt an den Bürgen wenden, falls der Mieter in der Wohnung Schäden verursacht hat oder einfach die Miete nicht mehr bezahlt. Der Vermieter muss also erst gar nicht erst den Versuch unternehmen, vom Mieter Geld zu bekommen, wobei es keine Rolle spielt, ob der Mieter tatsächlich zahlungsunfähig ist oder nicht.

 

Für die selbstschuldnerische Bürgschaft müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der Bürge und der Gläubiger, also der Vermieter, müssen benannt sein.
  • Die Bürgschaft muss in jedem Fall schriftlich hinterlegt sein.
  • Der Gegenstand der Bürgschaft, die Miete, muss ebenfalls benannt sein.
  • Es muss ein Höchstbetrag festgelegt sein.
  • Auf eine Anfechtbarkeit wird immer verzichtet.

Mehr als nur eine Formsache

 

Häufig sind es die Eltern von Schülern und Studenten, die eine Bürgschaft Miete auf sich nehmen, damit die Kinder sich den Traum von einer eigenen Wohnung erfüllen können. Die Eltern stehen zugleich als Mieter im Mietvertrag, sie sind rein theoretisch die Mieter, und zwar mit allen dazugehörigen Konsequenzen. Eine private Mietbürgschaft ist mehr als eine reine Formsache, sie kann unangenehme finanzielle Folge für den Bürgen haben. Auf der anderen Seite ist eine solche Mietbürgschaft hilfreich, um eine passende Wohnung zu finden. Wenn Eltern für ihre Kinder bürgen möchten, sollten sie sich ein Bürgschaft Miete Muster ansehen und vor allem mit dem zukünftigen Vermieter sprechen. Viele Vermieter haben eine Bürgschaft Miete Vorlage, aus der ersichtlich ist, was eine Mietbürgschaft im Ernstfall wirklich bedeutet.

Ist die Mietkautionsversicherung die bessere Alternative?

 

Kinder, die die Eltern nicht um eine Bürgschaft für die Miete bitten wollen, haben als Alternative die sogenannte Mietkautionsversicherung oder Mietkautionsbürgschaft. In diesem Fall bürgt eine Versicherung für eventuelle Schäden oder Mietausfälle. Der Nachteil dieser Option ist, dass sich eine Mietkautionsversicherung auf drei Nettokaltmieten beschränkt, dazu kommt, dass die Konditionen der Anbieter oft sehr unterschiedlich sind. Wer sich für diese Form der Mietbürgschaft entscheidet, sollte sich genau über die Preise und die Leistungen informieren. Bearbeitungsgebühren spielen hier eine wichtige Rolle, ebenso wie die Abschlussgebühren. Wer hohe Kosten vermeiden möchte, sollte auf flexible Bedingungen bei der Kündigung achten.

 

Eine Mietkautionsversicherung ist kein Kredit, Bargeld spielt bei dieser Option keine Rolle. Der Vermieter bekommt die Kaution nicht überwiesen, er erhält viel mehr als Sicherheit eine Bürgschaftsurkunde. Für diese Absicherung muss dann ein Betrag gezahlt werden, der jährlich fällig ist.

Die Mietbürgschaft - eine Alternative zur Kaution

Ist eine Mietbürgschaft besser als die Kaution in bar?

 

Besonders für junge Leute, die ihre erste Wohnung beziehen, ist die Mietbürgschaft eine bessere Option als die Kaution in bar. Dies gilt besonders im Hinblick auf die stetig steigenden Mieten in den großen Städten. Hier ist die Bürgschaft die bessere Alternative, da das Geld für die Kaution dann beispielsweise für die Einrichtung der Wohnung genutzt werden kann. Bei einer Bürgschaft fallen anders als bei einem Kredit, weder Raten noch Zinsen an und ein Mietkautionskonto ist auch kein Thema. Da es auch keine Zinsen mehr gibt, lohnt es sich nicht, ein solches Konto einzurichten.

Wann endet eine Mietbürgschaft?

 

Eine Mietbürgschaft endet immer mit dem Mietverhältnis, wenn die Wohnung dem Vermieter in einem ordnungsgemäßen Zustand übergeben wird. Ein befristeter Mietvertrag BGB hat übrigens die gleichen Konditionen. Handelt es sich um eine Mietkautionsversicherung, dann gibt der Vermieter die Bürgschaftsurkunde an den Mieter unterschrieben zurück. Der Mieter schickt die Urkunde anschließend an die Versicherung und kündigt die Bürgschaft. Das Gleiche passiert, wenn der Mieter eine Bank als Bürgen hatte, auch hier endet die Bürgschaft, wenn das Mietverhältnis beendet ist.

Vier wichtige FAQs

 

  • Wer kann für die Miete bürgen?

Möglich sind private Bürgen, wie Eltern oder Freunde, aber auch Versicherungen und Banken können die Bürgschaft Miete gewährleisten.

 

  • Warum ist eine Mietbürgschaft besser als eine Kaution in bar?

Wird Geld für die Einrichtung der Wohnung benötigt, dann ist die Bürgschaft durch eine Versicherung oder eine Bank die bessere Wahl.

 

  • Welche Risiken birgt eine Mietbürgschaft?

Wer bürgt, muss im Ernstfall zahlen. Verursacht der Mieter Schäden oder zahlt die Nebenkostenabrechnung nicht, hält sich der Vermieter an den Bürgen, der dann zahlen muss.

 

  • Wann endet eine Mietbürgschaft?

Eine Mietbürgschaft endet immer mit dem jeweiligen Mietverhältnis. Zieht der Mieter aus, dann ist die Bürgschaft ebenfalls zu Ende.

Fazit

 

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, ist vor allem in den Ballungsgebieten nicht einfach und oft sehr teuer. Fehlt das Geld für die Mietkaution, dann ist eine Mietbürgschaft eine sinnvolle Idee, die den Traum von der eigenen Wohnung Wirklichkeit werden lässt. Meist sind es Eltern, die für ihre Kinder bürgen, ist möglich außerdem eine Bürgschaft über eine Bank oder Versicherung. Sicher birgt eine solche Bürgschaft auch Risiken, aber viele Vermieter lassen sich gerne auf diese Alternative zur Kaution ein, denn sie wissen, dass sie auf jeden Fall ihr Geld bekommen, selbst wenn der Mieter nicht zahlen kann.

Rechtssicheren Mietvertrag jetzt erstellen

Johannes HuberAuthor posts

Rechtsanwalt – Experte für Immobilienrecht Seit 2010 hat Johannes als Rechtsanwalt getätigt. Seine Tätigkeiten erstrecken sich auf die wesentlichen Bereiche des Zivil-, Wirtschafts- und Unternehmensrechts. Schwerpunkt bilden jedoch Beratung und Vertretung im Bereich Immobilienrecht. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt verwaltet er Immobilieneigentum und kennt daher auch die praktischen Bedürfnisse von Wohnungseigentumsgesellschaften, Immobilieneigentümern und Mietern.

Kommentare sind deaktiviert.